Tag drei am Ring: Megaparty mit Muse – Vorfreude auf die Foo Fighters

Nürburg Die Party geht weiter bei einem der größten Musikfestivals Europas. Es ist Tag drei bei Rock am Ring, die Sonne lacht am Sonntagnachmittag vom nur leicht bewölkten Himmel über der legendären Eifel-Rennstrecke, die sich an diesem Wochenende in ein riesiges Festivalgelände verwandelt hat. Auf der Hauptbühne kommen die Fans bei Elektropop mit der finnischen Sängerin Alma so allmählich in Fahrt für das große Finale. Am Abend sind unter anderem die US-Punkrocker von Good Charlotte am Start, die am Freitag bereits beim Parallelfestival „Rock im Park“ in Nürnberg als Hauptact auf der Bühne standen. Die meisten der rund 70 000 Musikfans werden wohl vor allem dem Auftritt der Foo Fighters entgegenfiebern, die für 21.30 Uhr angekündigt sind.

Vor dem großen Finale lohnt sich ein Rückblick auf den zweiten Festivaltag, der einige Höhepunkte zu bieten hatte. Allen voran sind da Muse zu nennen, die am Samstagabend auf der Hauptbühne vor mehreren Zehntausend Fans eine grandiose Show ablieferten.

 

Technisch und musikalisch perfekt hauten die drei Briten einen Hit nach dem anderen in die Menge. Opener war der brandaktuelle Song "Thought Contagion". Die Fans sangen, sprangen und pogten mit, während Frontsänger Matthew Bellamy "Supermassive Black Hole" performed. Oder "Plug in, Baby" und "Hysteria". Immer wieder tauchte Bellamy mit neuen Accessoires auf der Bühne auf: mit einer spacigen Sonnebrille, oder im Dunkeln leuchtenden roten oder blauen Leds an der Gitarre. Die Lichtshow der mehrfachen Grammy-Gewinner war genauso überzeugend wie die mit psychedelischen Elementen bespielten Leinwände. Eine rundum gelungene und ring-würdige Show, die sich selbst noch einmal toppte - mit einem Finale aus Lichtblitzen, Farben, riesigen Konfettischlangen und metergroßen weißen Gummibällen, die vom Publikum durch die Luft geschossen wurden. Die anderthalb Stunden absoluter "Madness" gingen leider viel zu schnell vorbei.

 

Vor Muse hatte die Britpop-Band Snow Patrol einen eher verhaltenen Auftritt hingelegt. Die Band spielte erstmals seit sechs Jahren wieder in Deutschland. Zwar kam bei ihrem größten Hit „Chasing Cars“ kurzzeitig Stimmung auf, insgesamt spielten die Jungs jedoch zu sehr mit angezogener Handbremse, um die Menge wirklich zu begeistern. Dafür waren am Samstag andere zuständig. Unter anderem Beth Ditto. Die ehemalige Frontsängerin von Gossip überzeugte mit ihrer charmant-schrägen Performance. Sie schäkerte auf Deutsch mit den Fans, wischte sich immer wieder uneitel mit einem Handtuch den Schweiß aus dem Gesicht, lieferte sich einen Schrei-Wettkampf mit dem Publikum und warf sich bei „Heavy Cross“ sogar trotz ihrer nicht ganz Crowdsurfing-tauglichen Figur mitten in die Menge vor der Hauptbühne.

Voll auf ihre Kosten kamen auch die Fans, die bei Gangster-Rapper Ice-T und seinen Jungs von Body Count vorbeischauten. Die Band besteht seit Ende der 1980er Jahre und ist bekannt für ihren Mix aus Hip Hop, Heavy Metal und alles andere als jugendfreien Texten. „Cop Killer“ oder „No lives matter“ brachten die Menge vor der Crater Stage zum Ausrasten. Die „harten Jungs“ mit dem grimmigen Blick boten allerdings auch was fürs Herz: Ice-T präsentierte seine zweijährige Tochter als „größten und jüngsten Fan“ von Body Count. Die Kleine, etwa zwei Jahre alt, fühlte sich auf der Bühne sichtlich wohl, während ihr Papa neben ihr „ Talk sh…, get shot“ ins Mikrofon schrie.