30 Seconds to Mars: Würdiger Headliner zum Auftakt

Der Auftritt geht schon gut los. Bevor Jared Leto und sein Bruder Shannon mit ihrer Band Thirty Seconds to Mars - der Headliner am Freitagabend - die Hauptbühne stürmen, schießen zwei grüne Feuerwerkskörper in den Himmel. Leadsänger Leto geht gleich auf Tuchfühlung mit den Fans, die von der ersten Minute an voll mitgehen. Er sprintet auf den Steg. Die Leinwände zeigen in Großaufnahme, wofür der Frontmann der Alternative-Rockband aus Los Angeles bekannt ist: seine schrillen Bühnenoutfits. Für Rock am Ring hat er die dunkle Pilotenbrille rausgesucht und etwas, das aussieht wie eine Mischung aus Poncho und Tischdecke.

30secondstomars-6285

Foto: Sebastian Klipp

Der leicht schräge Aufzug ist an diesem Abend aber nur Nebensache, die Jungs liefern eine wirklich überzeugende Show. Vor allem, weil sie ihr Publikum perfekt einbeziehen. Natürlich spielen sie ihre Hits. Bei "Walk on water" und "The Kill" dirigiert Leto die Menge, die aus Tausenden Kehlen bei den Refrains einstimmt. Etwa in der Mitte der Show "regnen" große graue Gummiballons auf die Fans herab.

30secondstomars-6779

Foto: Sebastian Klipp

Einen großen Moment hat eine junge Frau aus Moskau, die von Leto auf die Bühne geholt wird. Unter Tränen erzählt sie ins Mikro, dass dies ihr erstes Rockfestival überhaupt sei. Zum großen Finale ruft der Frontmann, der immer wieder mit weit ausgestreckten Armen über die Bühne tanzt, noch einmal Verstärkung aus dem Publikum. Während ein Feuerwerk in Rot und Blau abgefeuert wird, stehen an die 100 Fans neben Leto und feiern die Band. Das war absolut eines Headliners würdig!

Von Christa Weber