e-Lake: Die mit dem Regen tanzen

Der Start am Freitag ist eine echte Zitterpartie. Denn pünktlich zur Öffnung des Geländes unmittelbar am Echternacher See setzt der Regen ein. Hüllt alles in Grautöne. Macht ein Sitzen auf den Hügeln, die die Bühnen amphitheaterähnlich umgeben, ungemütlich. Egal, bei Jägermeister gibt's orangefarbene Regenponchos. Schirme werden aufgespannt.

Und siehe da. Das Gelände füllt sich. Das freut nicht nur die Besucher, sondern auch die Veranstalter, die das Festival zum 22. Mal ehrenamtlich stemmen. Das Markenzeichen von e-Lake: Es kostet keinen Eintritt. Die Zuschauer können also für lau die Topacts des Abends sehen. Und die sind mit Eko Fresh, Don Broco und Royal Republic richtig fett.

Nasses Gras, weicher Boden - Klar, dass es ein wenig rutschig und schlammig ist. Aber der geübte Festivalbesucher kennt das und passt sich an oder steht nach der Rutschpartie wieder auf und feiert weiter. Immer wieder Regenschauer. Der Stimmung tut das so gar keinen Abbruch.
Schon bei Diario und den auf englisch und französisch performenden HipHopern Kontrast wird mitgesungen und mitgetanzt.

Als dann Eko Fresh auf die Bühne steigt, geht die Post richtig ab. Die Hände bleiben in der Luft. Jeder der mit Kraftworten geladenen Texte wird mitgeschmettert. "Jump, jump, jump!" bringt die Zuschauer zum Springen. Das macht Stimmung, das hält warm.

Don Broco geben eine richtig gute Bühnenshow. Gepflegter Rock. Lässig. Ansteckend. Die Stimmung bei den Leuten jeden Alters ist ausgelassen. Kann das noch getoppt werden? Oh ja, das geht.

Denn Headliner Royal Republic ist jetzt dran. Die Gentlemen aus Schweden brennen vom ersten bis zum letzten Ton die Bühne ab und liefern eine Show, der niemand entkommen kann, der auch gar niemand entkommen will. Everybody wants to be an Astronaut, schmettert Frontman und eindeutige Rampensau Adam Grahn in sein Mikro. Die Zuschauer tun es ihm nach. Zwischendurch flirtet der smarte Sänger mit Schnauzbart und nach hinten gegeelter Mähne mit ein paar Damen aus dem Publikum. Abwechslungsreich sind die Jungs mit den Retro-Lichtblitzen im Bühnenbild. Addicted ist ein Stück gemixt mit Country-Elementen. Großartig.

Vor der Bühne hat sich der Boden mittlerweile in einen schlammigen Untergrund verwandelt. Den wilden Festivalbesuchern gefällt's. In den Moshpits fallen die Pogotänzer auch mal in den Schlamm. Das gehört zum gepflegten Pogen und Moshen eben dazu. Die anderen helfen den Gefallenen auf, und weiter geht's mit dem wilden Im-Kreis-Tanzen, bis die königliche Republik tatsächlich das Ende verkündet.

Schlagzeug-Sticks fliegen in die Menge. Plektrons mit dem Badlogo auch. Die Jungs hätten wir uns gern noch länger angehört.

Fazit: Das war ein großartiger Freitag bei e-Lake in Echternach. Ein friedliches Publikum. Gute Stimmung. Wir sind gespannt auf den zweiten Tag. Denn der wird einen Kontrast bilden - Er wird elektronisch.

Mandy Radics

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