e-Lake, baby! – Von Elektro bis Rock dieses Wochenende am Echternacher See (Video)

Für die Musik, für die Umwelt, für jedermann: Wenn das Wetter mitspielt, kommen am Wochenende 25.000 Besucher zum e-Lake-Festival ins luxemburgische Echternach.

Für umme, für umsonst oder wie der gepflegte Trierer sagen würde: für lau – Das ist das e-Lake-Festival in Echternach, laut Veranstalter das größte seiner Art in Luxemburg. Mit Künstlern wie Royal Republic aus Schweden, Eko Fresh und Anna Reusch aus Deutschland und Don Broco aus Großbritannien bietet das Musikfestival direkt am See ein fettes Lineup. „Eine gute Balance zwischen internationalen und lokalen Acts ist uns wichtig, deshalb spielen auf der Urban Stage vor allem luxemburgische Künstler“, erklärt Organisator, Frank Rippinger. Rippinger ist quasi Urgestein im Orgateam. Er hat das Festival vor 22 Jahren mitbegründet.

Kein Wunder, dass er stolz auf sein Team ist, das aus rund 250 Helfern besteht. „Alle machen das ehrenamtlich“, betont er, „während andere Fußball spielen, organisieren wir eben ein Festival“, sagt er lachend. Und das birgt ganz schön viel Arbeit. Das Orgateam trifft sich das ganze Jahr über jede Woche ein Mal für drei bis vier Stunden. „Nach dem Festival ist also vor dem Festival. Jetzt läuft bereits die Planung für 2018“, sagt Rippinger.

Das sind nur einige der rund 250 helfer, die ehrenamtlich das e-Lake möglich machen. Foto: Mandy Radics

Doch die 2017er Edition startet ja erst heute und läuft bis Sonntagnacht. Am Donnerstag bilden allerdings Regentropfen Pfützen auf dem Boden und kleine Kreise auf dem Wasser des Sees, der gleich ans Veranstaltungselände grenzt. „Das ist ein Open-Air-Festival, einen Plan B gibt es bei schlechtem Wetter nicht“, so Rippinger. „Wenn es trocken bleibt, wird das hier eine extrem gute Edition.“ Finanziell wäre Regenwetter natürlich schlecht für den Geldbeutel. Zwar werden die Kosten, die sich laut Rippinger auf rund 500.000 Euro belaufen, zu etwa zwei Dritteln von Sponsoren getragen. Einen Teil trage der ehrenamtliche Verein e-Lake Asbl jedoch selbst. Durch die langjährige Erfahrung hat der Verein mittlerweile ein finanzielles Polster angelegt, auf das er im Notfall zurückgreifen kann.

Das Orgateam ist zuversichtlich. „Morgen soll es besser werden. Die ersten Gäste sind schon auf dem Zeltplatz angekommen.“ Die können sich schonmal mit der Playlist auf Spotify, einem Internetanbieter für Musik, auf e-Lake einstimmen. Die Liste wurde extra für das Festival kreiert, sagt Mitorganisator Jempi Hoffmann. Für alle, die noch nie beim e-Lake waren: Der Freitagabend gehört der handgemachten Musik von Bands aller Genres wie Rock, Punkrock oder HipHop. Am Samstag kommt das „e“ im Festivalnamen zum Tragen, dann gehören die zwei Bühnen den DJs und der elektronischen Musik. Als „familienfreundlich“ bezeichnen die Veranstalter den Sonntag. Der startet mit Reggae-Sounds und geht über in die Best of 70er, 80er und 90er Jahre.

Obwohl das e-Lake seit 22 Jahren eine äußerst friedliche Veranstaltung ist, steht die Frage nach der Sicherheit im Raum. Eine Sicherheitsfirma sei engagiert. „Alle Gäste werden an den Eingängen kontrolliert, bevor sie aufs Gelände dürfen“, sagt Rippinger. Glas mitzubringen sei verboten. An den Straßen werden wie bei vielen Großveranstaltungen Sicherheitsschikanen aufgestellt. Das sind Hindernisse, um beispielsweise Anschlägen mit Fahrzeugen vorzubeugen. Außerdem patroulliere die Polizei auf dem Festivalgelände.

Daniel Baum ist Crew-Chef und verantwortlich für das Merchandise beim e-Lake. Außerdem hat er das Konzept für mehr Nachhaltigkeit beim Festival entwickelt. Foto: Mandy Radics

Eine gute Nachricht für alle Freunde der Festival-Bändchen: Die gibt es normalerweise nur, wenn man für sein Ticket bezahlt. Beim kostenfreien e-Lake hatte man die kluge Idee, trotzdem schicke giftgrüne Bändchen mit dem Logo anzubieten. Wer fünf Euro investiert, hat eine bleibende Erinnerung und unterstützt das Event mit seinem Beitrag.
Der Umwelt zuliebe achten die Helfer seit 2008 auf eine nachhaltige Entsorgung von Müll. Crewchef Daniel Baum, studierter Raum- und Umweltplaner, hat vor einigen Jahren das Konzept erstellt. Der Müll wird gesammelt, getrennt und recycelt. 2016 fielen 3,5 Tonnen Restmüll an und 2,2 Tonnen Glas. Laut Baum haben sich die Recyclingzahlen um das Fünffache verbessert. Der Restmüllanteil sei in den vergangenen fünf Jahren um 50 Prozent gefallen. Schön, dass ein Festival auch umweltbewusst sein kann.

Wir berichten am Wochenende live auf rock-the-region.de.

DREI TAGE MUSIK AM SEE
Das e-Lake-Festival läuft vom 11. bis 13. August. Die Veranstaltung beginnt am Freitag um 19 Uhr und endet am Sonntagabend um 1 Uhr. Der Veranstaltungsort ist am Echternacher See in Luxemburg. Es gibt einen Shuttle-Bus-Service zwischen den beiden Parkplätzen außerhalb Echternachs, bezeichnet als "Zone Industrielle" und "ALRODESCHHAFF" und dem Haupteingang zum Seegelände, welcher etwa 1,5 km vom Festivalgelände entfernt ist.
Geschichte: Die Idee entstand1983 aus einem Mangel an Attraktionen speziell für Jugendliche in der Gegend um Echternach. 1983 hatte das Festival 400 Besucher. Zwischen 1984 und 1990 waren es 1100. Seit 2000 steht der Name e-Lake. Das Festival zieht mittlerweile bis zu 25.000 Besucher an.
Alle Infos rund um das Festival gibt es auf www.e-lake.lu und rock-the-region.de

Categories: Allgemein, E-Lake