Familiäre Atmosphäre: 7000 besuchen das Lott-Musikfestival

Raversbeuren. "Ein tolles Fest bei schönem Wetter mit guter Musik und geilen Leuten": Besser als der Wittlicher Kevin Wagner kann man die Anziehungskraft des Lott-Festivals nicht beschreiben. So wie er sind auch in diesem Jahr wieder bis zu 7000 Besucher zu dem dreitägigen Event bei Raversbeuren oberhalb von Enkirch gekommen.

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Vor der Hauptbühne zu der Musik von einer der 22 Bands tanzen, auf dem Hang gegenüber den Sonnenschein genießen und sich mit Freunden unterhalten, die man auf dem Festivalgelände trifft oder die Alternativprogramme genießen, die die Lott-Gesellschaft als Veranstalter auf der Waldbühne oder im Zirkuszelt organisiert: Das Lott-Festival gilt nach wie vor für viele Festivalfreunde aus Hunsrück, Mosel, Eifel und dem Naheraum als ein absoluter Pflichttermin.

"Super, sehr entspannt, ein wenig Woodstock-Feeling", sagt Uli Eckstein aus Koblenz, der erstmals "auf der Lott" ist. Es ist kein Gehetze wie auf anderen Festivals, und auch die Nähe zum Zeltplatz, der sich direkt ans Festivalgelände anschließt, sei sehr angenehm. "Man merkt, dass die Organisatoren das mit Liebe zum Detail machen", sagt Helmut Steinmetz aus Trier, der schon in den 1970ern auf der Lott gewesen war. Das breite Musikangebot mit allen möglichen Stilrichtungen gefällt ihm ebenfalls. Der einstige Horbrucher Heinz Wendel, der jetzt im Odenwald lebt, war schon beim ersten Lott-Festival 1977 dabei. Nur zweimal hat er seitdem gefehlt. Was lockt ihn immer wieder an die Lott? Weniger die Musik, sondern die Menschen, sagt er. "Es ist ein schönes Wiesentreffen", sagt er. Vor allem, da es sich bei den Besuchern der Lott um viele Dauergäste handelt. "Es sind viele Gesichter, die man inzwischen kennt", sagt der Burgener Jörg Pauly, seit 15 Jahren Dauergast auf der Lott.

Das Konzept des Lott-Festivals ist seit vielen Jahren gleich, erläutert Jürgen Moog vom veranstaltenden Verein Lott-Gesellschaft mit Sitz in Enkirch. Unbekannte Bands "mit Potenzial" treten auf der Hauptbühne, der kleinen Hangbühne oder dem Zirkuszelt auf und sorgen für Stimmung bei den Besuchern. Im Zirkuszelt ist es zudem brechend voll, als am Samstagabend ein Wettbewerb im Poetry Slam als Alternative zum Musikangebot startet. Politisch geht es auf der Waldbühne zu: Dort ist inmitten von Licht- und Kunstinstallationen Müllvermeidung das Thema bei einer Podiumsdiskussion, bei der sich auch die Zuschauer einbringen. Hinzu kommen Workshops zum Thema Upcycling, sagt Armin Gottke, einer der Organisatoren der Waldbühne. Das entspreche auch dem Ziel der Lott-Gesellschaft, ein nachhaltiges Festival auszurichten. An der Waldbühne ist auch das im Vorjahr erstmals veranstaltete Open-Stage-Programm ausgeweitet worden: Am frühen Freitag- und Samstagabend haben 25 bisher unentdeckte Talente ihre Musik vor einem kleinen Publikum gespielt. "Einige Zuhörer setzen sich auch schon mal dazu und jammen mit", sagt Gottke.

Rund 300 Mitglieder hat der Verein, der das Festival ehrenamtlich ausrichtet, hinzu kommen die Ravensbeurener Landwirte, die das Gelände rechtzeitig vorher mähen. "Alles ist gut eingespielt", sagt Moog. Auch für die Sicherheit auf dem Gelände sei gesorgt. Rettungsgassen sind in den Zeltdörfern angelegt, Securityleute sind auf dem Gelände und den Parkplätzen unterwegs und sorgen dafür, dass alles friedlich abläuft, sagt er.

Im kommenden Jahr können die Besucher auf der Lott ein Jubiläum feiern: Dann gibt es das Musikfestival seit 40 Jahren.

Von Christoph Strouvelle

Categories: Allgemein, LOTT

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