Internationales Line-Up: Beim Riez Open Air in Bausendorf spielen Bands aus vier Kontinenten

Bitte kein Mainstream: Insgesamt rund 2500 Besucher feierten an drei Tagen beim Riez Open Air Punkrock- und Hardcore-Bands wie Lagwagon, First Blood, Useless ID und Slime.

Jetzt aber mal alle jubeln für Wolfgang! Da geht noch mehr, bellt First-Blood-Sänger Carl Schwartz von der Bühne in Richtung Fans, während er ein Video von der feiernden Menge macht. Wolfgang ist nicht etwa ein Bandkollege, auch kein Fan aus dem Publikum. Sondern Schwartz’ kleiner Sohn, der bald seinen fünften Geburtstag feiert. Der kann dann mal sehen, wo und wie Papa so arbeitet.

Wie an diesem Freitagabend in Bausendorf, auf dem Riez Open Air (ROA). Das gibt’s seit 1999 – und seit etwa zehn Jahren in der jetzigen Größe und Ausrichtung. Mit Punkrock- und Hardcore-Bands aus aller Welt – im familiären Gartenparty-Ambiente. Von daher steht First Blood und die kleine Familien-Einlage sinnbildlich fürs ROA: Die Hardcore-Band stammt aus San Francisco, inzwischen hat Schwartz aber Musiker aus Brasilien, Japan und den Niederlanden bei sich auf der Bühne. Und First Blood, benannt nach dem englischen Originaltitel von „Rambo“, machen ordentlich Alarm.

Früher am Abend gab es schon beherzten Rock mit zartem Folk- und Punk-Einschlag von The Smith Street Band aus Melbourne und schnellen melodischen Punkrock von Useless ID aus Israel – die passen dann musikalisch auch gut zum größten Namen des Freitagabends: Mit der US-Band Lagwagon – seit einem Vierteljahrhundert im Geschäft – teilen sich die Israelis auch den Tourbus.

Zum ersten Mal gab es in diesem Jahr auf der Riez an drei Tagen Live-Musik. Am Donnerstag stand mit Slime die vielleicht prägendste Deutschpunk-Band auf der Bühne – allerdings nicht auf der Open-Air-Bühne, sondern im kuscheligen Aftershow-Zelt. Das habe sehr gut funktioniert, sagt Ron Simon vom Riez-Team. „Da hatten wir schon 400 Besucher, am Freitag und Samstag dann jeweils über 1000.“ Am Samstag ging das Open Air mit Auftritten von Raised Fist und Massendefekt zu Ende. Und auch wenn bei den gebuchten Bands Punk und Hardcore klar im Zentrum stehen – beim Riez Open Air haben sie auch ein Herz für andere Genres, zumindest in den Umbaupausen. Da tanzen manche zum Ghostbusters-Titelstück, zu Stayin’ Alive von den Bee Gees oder zu Michael Jackson.

Andreas Feichtner

Categories: Allgemein, Riez

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