Hart, laut, ursprünglich: Wenn Punkrock Flügel verleiht – Rund 2000 Besucher feiern beim Riez-Open-Air in Bausendorf

Hart, laut, ursprünglich: Wenn Punkrock Flügel verleiht – Rund 2000 Besucher feiern beim Riez-Open-Air in Bausendorf

Camping, Musik und Party – für rund 2000 Punkrock-Fans war Bausendorf im Kreis Bernkastel-Wittlich am Wochenende der Nabel der Welt. Mit den Gruppen Terror und Toy Dolls als Headliner am Freitag und Samstag setzten die Organisatoren unterschiedliche Akzente.

Bausendorf. „Die krasseste Gartenparty der Welt“ nennen die Organisatoren des Riez-Open-Airs das zweitägige Festival in Bausendorf bei Wittlich. Ungewöhnlich ist es auf jeden Fall, was seit 1999 in dem kleinen Mosel-Seitental auf die Beine und die Bühne gestellt wird. Auch wenn es immer schwieriger werde, wie Organisationschef Mario Schichel zugibt. 20 Hardcore- und Punkrock-Bands aus Europa und den USA hatte das Riez-Team diesmal verpflichtet.

US-Band springt ein

Allerdings: Eine Band habe kurzfristig abgesagt. „Mitten in der Festivalsaison noch Ersatz zu bekommen, ist außergewöhnlich“, sagt Schichel. Die amerikanische Metalcore-Band Unearth (siehe Foto), die kurz zuvor bei den Metaldays in Slowenien als Headliner auftrat, war aber alles andere als nur Ersatz.

Die fünf Musiker aus Winthrop, Massachusetts, die mit ihrem Album „III: In the Eyes of Fire“ vier Wochen in den US-Charts vertreten waren, präsentierten die härtere Gangart beim Riez-Open-Air, die mit der kalifornischen Hardcore-Punk-Band Terror am Freitagabend ihren Headliner hatte. Samstags brachten die Engländer von Toy Dolls um Michael „Olga“ Algar melodischen Punkrock ins Alftal. „Das ist schon fast tanzbar“, fand Riez-Pressesprecher Ron Simon. Mit der Funpunk-Version des Kinderliedes „Nellie The Elephant“ schaffte es die 1979 gegründete Band bis auf Platz vier der britischen Charts.

Die Warm-up-Party am Donnerstag mitgerechnet kamen rund 2000 Besucher an drei Tagen zum 17. Riez-Open-Air (ROA). Nur mit dem zahlenden Publikum und Sponsoren könne man ein solches Lineup nicht finanzieren, erklärte Organisator Schichel. 60 000 Euro koste das Festival. Der Betrieb der Riez-Rockbar, die beim Open Air für die Musiker reserviert ist, muss die Veranstaltung in der Regel mitfinanzieren. Das zeigt: Den ROA-Machern mit Schichel, Simon, Tamara Schaab und 60 weiteren Helfern geht es rein um die Musik und die Veranstaltung an sich. Das macht das ROA aber auch familiär – oder wie es manche Besucher nennen, gemütlich. Von Donnerstag bis Sonntag kann direkt neben dem Festivalgelände gecampt werden. Ein Angebot, das auch diemal genutzt wurde: 350 Campingplätze waren laut Simon ausverkauft.
Holger Teusch

Categories: Allgemein, Riez

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