Riez in Bausendorf: Gartenparty mit Punkrock-Helden – Warum das Open Air jedes Jahr internationale Bands aufs Dorf zieht

Riez in Bausendorf: Gartenparty mit Punkrock-Helden – Warum das Open Air jedes Jahr internationale Bands aufs Dorf zieht

Ein internationales Rock-Festival auf dem Dorf: Am Freitag und Samstag, 23. und 24. Juli, wird das Riez-Open-Air wieder Punkrock-Fans aus halb Deutschland und einigen Nachbarländern ins beschauliche Olkenbach locken.

Bausendorf. Eine knappe Stunde über Autobahnen, Bundes- und Landstraßen. Bis die Wege immer schmaler werden – und man am Ende fast im Wald steht. Die Fahrzeit kann man einkalkulieren, bis man von Trier aus „Zur Riez“ erreicht hat. Die Straße liegt in Bausendorf-Olkenbach, Kreis Bernkastel-Wittlich.

Dass die Veranstalter des Riez-Open-Airs (ROA) dennoch das einigermaßen entfernte Trier neben Bausendorf und Wittlich als geographischen Bezugspunkt aufs Plakat drucken, hat einen einfachen Grund: Die Fans der „krassesten Gartenparty der Welt“ – so beschreiben die Macher das Festival – kommen teilweise von ziemlich weit angereist. „Wir haben ganze Gruppen aus der Schweiz oder aus Holland, die regelmäßig zu uns kommen“, sagt Ron Simon, der beim Riez-Team für die Pressearbeit zuständig ist. Heißt: Das ROA ist wahrlich kein klassisches Dorffest, auch wenn's viel ehrenamtliche Unterstützung gibt, sondern ein kleines, internationales Festival der härteren Gangart. Das belegen in diesem Jahr etwa US-Bands wie Less than Jake und H2O oder die englischen Fun-Punk-Erfinder Toy Dolls. Sänger Michael „Olga“ Algar und Kollegen feiern ihr 35-jähriges Bestehen unter anderem mit zwei Sommer-Gigs in Deutschland. Der eine davon ist auf der Riez – die auf der Toy-Dolls-Homepage geographisch noch großzügiger nach Koblenz verfrachtet wurde.

Viele campende Zuschauer reisen bereits am Donnerstag an: „Für die gibt's abends schon eine Warm-up-Party“, kündigt Ron Simon an. Das Orgateam, dem neben Simon noch Veranstalter Mario Schichel und Tamara Schaab angehören, ist mit dem Line-Up in diesem Jahr zufrieden. Auch wenn die Band-Akquise immer schwieriger werde. Das Stichwort heißt: Gebietsschutz. Damit lassen sich größere Festivals wie Rock am Ring oder das ursprünglich am Nürburgring geplante Grüne-Hölle-Festival vertraglich zusichern, dass die verpflichteten Bands im Sommer nicht noch bei weiteren Festivals in relativer Nähe auftreten.

„Das macht es für uns nicht leichter“, sagt Ron Simon. „Viele für uns interessante Bands sind dadurch nicht zu bekommen“. Über die Jahre hinweg stellten schon viele in der Szene bekannte Bands das Navi auf Olkenbach, etwa Lagwagon, Sick of it all, Against Me! oder Comeback Kid. Inzwischen ist das Open Air auch im Ort akzeptiert - auch wenn musikalisch nicht jeder Nachbar was mit den Punkrock- und Hardcorebands anzufangen weiß. Rund 40 ehrenamtliche Helfer werden die Festivalmacher am Wochenende unterstützen. Jeweils über 1000 Besucher werden am Freitag und Samstag wieder zum ROA erwartet. Für die Summe der Bandgagen könnte man auch schon einen Neuwagen der Oberklasse bekommen. Aber welcher Punkfan will den schon?
Riez-Open-Air, 23./24. Juli in Bausendorf-Olkenbach, Zeitplan: Freitag: 18 Uhr: World Negation, 19 Uhr: GWLT, 20 Uhr: Smile And Burn, 21 Uhr: The Universal Indicator, 22 Uhr: Expire, 23 Uhr: H2O, 0 Uhr: TerrorSamstag: 13.30 Uhr: Carpet Room, 14.20 Uhr: Blut Hirn Schranke, 15.20 Uhr: Anchors & Hearts, 16.20 Uhr: Tausend Löwen unter Feinden, 17.20 Uhr: Rogers, 18.20 Uhr: No Turning Back, 19.20 Uhr: Rykers, 20.20 Uhr: Red City Radio, 21.20 Uhr: 7Seconds, 22.20 Uhr: Less Than Jake, 23.50 Uhr: The Toy Dolls
Weitere Informationen unter www.riez.de

Von Andreas Feichtner

Categories: Allgemein, Riez

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