Das Ring-ABC

Das Ring-ABC

Anreise: Erstes Highlight. Zum Ärger des Fahrers schrumpfen die Bierreserven mit jeder zusätzlichen Minute im Stau. Hat den Vorteil: Man lernt schon einmal nette Leute kennen, die den gleichen Park-/Campingplätzen zugewiesen werden.

Bier: Praktisches Accessoire für den gelungenen Campingabend. Kann man notfalls auch über das Grillfleisch schütten, wirbelt aber nur Asche auf und löscht das Feuer statt den Durst. Bewährt hat sich über die Jahre das gut alte Dosenbier. Lässt sich palettenweise relativ platzsparend im Kofferraum verstauen.

Camping: Eine Art Paralleluniversum in dem weder Recht noch Ordnung herrscht. Nur betrunken wirklich zu ertragen. Was unbedingt dorthin gehört: Grillgut, Getränke, Schlafmöglichkeit. Was keinesfalls dorthin gehört: Alles was einen ideellen oder materiellen Wert hat.

Dixi-Klo: Niemals, wirklich niemals betreten, ohne dass ein Freund davor Schmiere steht. Werden von (un-)lustigen Zeitgenossen gerne umgeschmissen und das versaut einem neben den Klamotten auch den Rest des Wochenendes.

Essen: Grundsätzlich empfiehlt sich neben einem Grill ein kleiner Campingkocher. Den gibt es schon für schmales Geld im Outdoorgeschäft und verwandelt kalte Ravioli in wenigen Minuten zum perfekten Katerfrühstück. Ravioli-Dose vor dem Kochen unbedingt öffnen, ärgert sonst auch noch die Leute fünf Zeltreihen weiter.

Flunkyball: Das Festivalspiel überhaupt. Kann auf dem Zeltplatz praktisch überall gespielt werden. Wichtigstes Utensil: Dosenbier.

Geld: So wenig wie möglich, so viel wie nötig. Ohne geht es nicht, denn ein heißer Tag auf dem Festivalgelände kann ohne Getränke ein ziemlich langer Tag werden. Vom Zeltplatz dürfen nur ungeöffnete Tetrapacks (maximal ein Liter) mit in den Konzertbereich genommen werden!

Hygiene: Duschen gibt es vereinzelt in sorgfältig aufgestellten Stahlcontainern. An der übel riechenden Menschenschlange davor zu erkennen. Außerdem im Stahlcontainer: Toiletten mit Spülung. Für beides gilt: unbedingt Zeit einplanen.

Isomatte: Macht den harten Eifel-Acker zwar nicht wesentlich bequemer, beugt aber einer Blasenentzündung vor. Gehört einfach zu jeder vernünftigen Zeltausstattung dazu.

Jacke: Hilft gegen Wasser von oben und Kälte von allen Seiten. Alternativ sorgen übergestülpte Müllsäcke für das richtige Festivalflair.

Kaffee: Campingkocher, Topf, Wasser und Instant-Kaffee-Pulver machen jeden Wicht zum beliebten Zeltnachbarn. Ein kleines Pappschild mit der Aufschrift „Kaffee: 2,50 Euro“ senkt den Beliebtheitsgrad, kann für die klamme Festivalkasse aber Wunder wirken.

Luftgitarre: Unverzichtbares Utensil für gelungene Wettkämpfe auf den Zeltplätzen. Gibt es in allen vorstellbaren Formen und Farben und passt selbst ins kleinste Handgepäck. Achtung: Form und Farbe können sich durch steigenden Alkoholkonsum verändern.

Medikamente: Bei Verletzungen aller Art, könnt ihr euch an die Sanitäter vor Ort wenden. Aspirin, Allergietabletten & Co. gibt es in den Mendiger Apotheken. Innerhalb von 15 Minuten erreicht man zu Fuß sowohl die Gambrinus-Apotheke als auch die Adler-Apotheke in der Bahnhofsstraße.

Nachbarn: Kann man sich nur bedingt aussuchen. Sind meist vom selben Schlag wie man selbst, sprechen aber die wildesten Dialekte. In der Regel immer für eine Partie Flunkyball zu haben.

Orientierung: Fällt mit steigendem Bierkonsum zunehmend schwerer. Wer zu den Konzerten möchte: Immer dem Krach nach. Sein Zelt sollte man zur Sicherheit mit einer Fahne oder ähnlichem kennzeichnen. Notfalls: Woanders schlafen.

Parken: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Es ist nicht möglich Parkplätze zu reservieren. Heißt: Wer zusammen parken will, muss zusammen anreisen. Am besten lässt man sich sowieso von anderen Leuten mitnehmen. Dann kann man nämlich bereits auf der Hinfahrt trinken und es macht einem auch niemand einen Kratzer in den Lack.

Quatsch: In sämtlichen Formen erlaubt und erwünscht. Dosenbier verwandelt auch den größten Spießer in einen gepflegten Klassen-Clown. Dennoch: Lasst eure Abi-Shirts zu Hause. Ihr fahrt nicht an den Ballermann, auch wenn sich durchaus Parallelen finden lassen.

Running-Order: Dasselbe wie der Spielplan, klingt aber cooler. Unbedingt die Lieblingsbands mit einem Textmarker markieren und sich schon im Vorfeld drüber ärgern, dass die Lieblingsbands zum Großteil parallel spielen.

Sex: Sollte eigentlich klar sein: Lasst es oder verhütet entsprechend. Wenn man vom Festival etwas mit nach Hause nimmt, ist das in den seltensten Fällen gut. (Ausgenommen Autogrammkarten und das restliche Dosenbier)

Tiere: An euren Zeltwänden werdet ihr den verschiedensten Insektenarten der Vulkaneifel begegnen. Ein Paradies für jeden Entomologen. Hunde, Katzen und alles, was man sonst aus den eigenen vier Wänden kennt, haben auf Rock- am-Ring nichts verloren. Durch den Lärm setzt ihr eure Tiere einem unglaublichen Stress aus.

Umbaupause: Die große Stunde der Roadies: „Hey hey,

one two“. Zeit für fundierte Konzertkritik über die Band, deren Krempel gerade von der Bühne geräumt wird.

Vormittag: Während des Festivals die eigentliche Nacht, nur heller. Hauptverkehrszeit auf den Campingplätzen. Zeit für Essen, Duschen und Schlafen.

Wasser: Kommt bei Rock-am-Ring traditionell von oben und zwar in Massen. Dagegen helfen nur Akzeptanz, Gleichmut und Regenjacken. Regenschirme sorgen für Wutanfälle bei all denen, die hinter einem stehen.

X: Nervigster Buchstabe für jedes ABC, das sich nicht mit Musikinstrumenten befasst. Coolere Instrumente: Schlagzeug, Gitarre, Blockflöte.

Yachthafen: Gibt es dort nicht. Ihr könnt eure Boote zu Hause lassen.

Zelt: Gibt es von billig bis teuer, je nach gewünschtem Komfort. Man sollte aber immer im Hinterkopf behalten, dass man im Zweifel ohne wieder nach Hause fährt. Gerüchteweise sollen schon Zelte gebrannt oder einfach im Kofferraum eines anderen Festivalbesuchers die Heimreise angetreten haben. Grundsatz: Je teurer desto Diebstahl.

 

Autor: Sebastian Klipp

Categories: Rock am Ring

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  1. Reinert 3. Juni 2015 |
    das Festival wird sicher der Brüller auch an dem oder gerade wegen dem neuen Veranstaltungsort!

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