30 Jahre Rock am Ring: Die Chronik zum Jubiläum

30 Jahre Rock am Ring: Die Chronik zum Jubiläum

1985

Das wohl größte Spektakel beim ersten Rock-am-Ring-Festival bot Bono, Frontsänger von U2. Er kletterte ungesichert auf das hohe Bühnendach und sang von oben der begeisterten Menge zu. Mit seinem Auftritt begeisterte er damals 75.000 Zuschauer.
Auf nur einer Bühne rockten zwei Tage lang 17 Interpreten. Mit einem Eintrittspreis von sage und schreibe 49 D-Mark war das Festival, an heutigen Standards gemessen, ein unglaubliches Schnäppchen. Das komplette Line-up: Chris de Burgh,  Foreigner,  Gianna Nannini,  Huey Lewis,  Immaculate Fools,  Joe Cocker,  Lone Justice,  Marillion,  Mink de Ville,  Nightranger,  REO Speedwagon,  Rick Springfield,  Saga,  Shakatak,  The Alarm,  U2,  Westernhagen.

1986

Angeregt durch den unerwarteten Erfolg im Vorjahr ging Rock am Ring 1986 in die zweite Runde. Die Zuschauerzahlen vom ersten Mal wurden zwar nicht erreicht, doch waren 50.000 rockbegeisterte Fans mehr als genug, um die Zweitauflage zu rechtfertigen. Mit dabei waren Simple Mind, The Cure und The Bangles.

1987

Insgesamt begeisterten 20 Bands am ersten Juni-Wochenende die Menge. Es kamen 60.000 Zuschauer, und kaum einer blieb trocken. Der Dauerregen, der bei Rock am Ring quasi zum Programm gehört, tat der Stimmung keinen Abbruch. David Bowie begeisterte mit einer riesigen „Glass Spider“, die die Bühne dekorierte. 

1988

Trotz großer Namen wie Marius Müller-Westernhagen, Fleetwood Mac. und Chris Rea war der Erfolg im Jahr 1988 eher mittelmäßig. Lediglich 30.000 Zuschauer kamen zum Ring. Nach dieser Flaute pausierte das Festival für zwei Jahre.

1991

Mehr Newcomer, mehr Bands und mit dem Veranstaltungsdatum Ende Juni auch mehr Sommer. Nach zweijähriger Pause startet Rock am Ring mit erstmalig drei Festival-Tagen durch. Rocklegenden wie Sting, INXS und Toto begeisterten 51.000 Besucher.

1992

Mit Eintrittspreisen von 75 DM steigerte Rock am Ring seine Preise um 25 Prozent. Einige Zuschauer blieben weg und nur 42.000 kamen zum Festival.

Erstmalig gab es auf dem Gelände eine Comedy-Einlage. Die Gruppe „Badesalz“ brachte mit ihrem hessischen Humor sogar hartgesottene Rocker zum Lachen.

1993

Neben Rock am Ring gab es im Jahr 1993 Rock in Vienna (Wien). Daraus entwickelte sich im darauffolgenden Jahr Rock in München und schließlich Rock im Park in Nürnberg.  Am Ring wurde ein vielseitiges Programm aufgefahren. Neben Rocklegenden wie Robert Plant (ehemaliger Frontsänger von Led Zeppelin) traten Die fantastischen Vier und Brian May (ehemaliger Gitarrist und Gründungsmitglied von Queen) auf.

1994

Fast 70.000 Fans kamen zum achten Festival. Darunter der damalige Mainzer Regierungschef Rudolf Scharping (SPD) mit seiner Familie. Das Lineup umfasste Größen wie Aerosmith, Nina Hagen, Rage Against the Machine und Peter Gabriel (Gründungsmitglied von Genesis).

1995

Zum ersten Mal war das Festival mit 65.000 Besuchern bereits im Vorfeld ausverkauft. Insgesamt 28 Interpreten, darunter Van Halen, Bad Religion, Danzig und Megadeth, rockten die Bühnen trotz altbewährtem Regenwetter.

1996

Neben der Centerstage gab es 1996 erstmals eine zusätzliche Bühne, die Alternastage. Highlight des Festivals war Campino, Frontmann der Toten Hosen. Im strömenden Regen kletterte er, wie einst Bono, auf das Dach der 30 Meter hohen Bühne und brachte damit die Fans zum Toben.

1997

Bei Chris Reas „Road to Hell“ schlägt ein Blitz in die Hauptbühne ein und legt die gesamte Stromversorgung am Nürburgring flach. Die Notaggregate greifen, und kurze Zeit später gibt es wieder Strom. Die sintflutartigen Regenfälle setzen die Bühne unter Wasser und überschwemmen die Zeltplätze.

Aber wahre Rocker kennen kein schlechtes Wetter. Die Bühne wurde trockengelegt, und die Technik wieder zum Laufen gebracht. Dann kamen Supertramp und rockten (wie passend) mit den wetterbeständigen Fans zu „It’s Raining Again“.

1998

Erstmalig mit drei Bühnen sind 66 Künstler am Ring vertreten. Mit Interpreten wie Rammstein, Genesis, Ozzy Osbourne, Van Halen und JBO, um nur einige zu nennen, gibt es 1998 alles, was das Rockerherz begehrt.

1999

Mit 93 Bands und vier Bühnen überbietet sich der Veranstalter Marek Lieberberg erneut selbst. Aber eins blieb in diesem Jahr konstant, nämlich der Regen. Und der darauf folgende Schlamm war, wie auch schon in den Jahren zuvor, ein ständiger Begleiter.

2000

Rund 100.000 Fans (70.000 zahlende und 30.000 campierende) feierten drei Tage lang unter der strahlenden Sonne. Campino, Sänger der Toten Hosen, stürzte von der Bühne und zog sich einen Kreuzbandriss zu. Die Ärzte (wie schön zweideutig, LOL) erlegten ihm ein viermonatiges Auftrittsverbot auf.

2001

Dieses Rock am Ring Festival ließ die Fans zittern. Das unter einer ständigen Regenwolke stehende Event bekam es in diesem Jahr zusätzlich mit einem Kälteeinbruch zu tun. Zudem enttäuschte Slipknot seine Fans. Trotz Vertrag tauchten sie nicht zum Konzert auf. Papa Roach hatten mit technischen Problemen zu kämpfen und mussten sogar ihren Auftritt vorzeitig abbrechen.

Auch einige Comedy-Begeisterte hatten wenig zu lachen. Das Comedy-Zelt war teilweise derartig überfüllt, dass die Security sogar den Satz: „Du kommst hier nicht rein!“ verwendeten. Woraufhin von den Ringbesuchern: „Die Mauer muss weg!“ zurückhalte.

2002

Mit fast 30 Grad im Schatten war bereits Mitte Mai der Sommer ausgebrochen. Dennoch verschlug es lediglich 50.000 Besucher aufs Festivalgelände. Bei Gagen von 2,2 Millionen Euro allein für die Interpreten, war diese Zahl steigerungsfähig. Insgesamt 94 Bands traten an dem Pfingstwochenende auf, darunter The Offspring, Beatsteaks und System of a Down.

2003

Mit Zugpferden wie Metallica, Iron Maiden, Marilyn Manson und der kurzfristig eingesprungenen Alternativ-Rockband Placebo hatte sich der Veranstalter in diesem Jahr selbst übertroffen. Diese Überzeugung teilten auch die rekordverdächtigen 78.000 Fans, die sich begeistert dem Metal hingaben.

2004

Rund 70.000 Musikbegeisterte verschlug es in dem Jahr an den Ring. Die interessante Resonanz: Das Publikum wird anscheinend jünger. Kaum einer auf dem Festgelände ist über 30 Jahre alt.

2005

Seit mittlerweile 20 Jahren wird am Ring gerockt. Zum Geburtstag castete Green-Day-Sänger Billie Joe Armstrong eine Band aus dem Publikum zusammen, die auf der Bühne spielen durfte. Der gecastete Gitarrist durfte sogar die geborgte Gitarre  behalten.

2006

Mit über 80.000 Besuchern ist der Ring fast an der Grenze seiner Kapazität angelangt, und hat damit einen erneuten Besucherrekord aufgestellt. Das Highlight der Veranstaltung war die Bühnenshow von Depeche Mode. Am Sonntagabend wurde der Nürburgring in blaues Licht getaucht, Nebel stieg auf, und auf der Bühne blinkten rote, „spacige“ Requisiten.

2007

Zwei Open-Air Bühnen, ein Großraumzelt, 98 Bands und 82.000 Besucher. Zum ersten Mal in der Geschichte von Rock am Ring war das Konzert bereits im Vorhinein ausverkauft. Sonntagsabends waren die Headliner auf der Centerstage Die Ärzte – Die Beste Band der Welt. Sie animierten knapp 75.000 begeisterte Zuschauer zu einer „Sitz-La-Ola“. Farin Urlaubs Worte dazu: „Das sieht so geil aus!“

 

2008

Metallica, Queens of the Stone Age, Rage Against the Machine und Die Toten Hosen waren das Highlight des Rock-am-Ring-Festivals 2008. Sie lockten über 85.000 Besucher aufs Festgelände. Die Toten Hosen brachten sogar eine Live-DVD heraus, „Die Toten Hosen - Hals- und Beinbruch: Live bei Rock am Ring 2008“, wobei Campino wirklich mit gebrochenem Bein auf die Bühne ging.

2009

Bridget King von Flogging Molly feierte auf der Bühne ihren Geburtstag. Die Band sorgte für mächtige Bewegung unter den Zuschauern und wärmte somit manch einen, aus Temperaturgründen eingefrorenen, Besucher wieder auf. Zudem übertrug MTV zum ersten Mal in Deutschland ein Livekonzert in Echtzeit mit dem „Facebook Live Feed“.

 

2010

Es war das 25. Jubiläum von Rock am Ring, und sogar der Wettergott schickte mit warmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein seine Glückwünsche in die Eifel. Rammstein spielte als Highlight am Ring und beeindruckte neben der großartigen Performance mit aufwendigem Bühnenaufbau und Pyrotechnik. Ein blecherner Industrie-Trakt war Bühnendekoration, und Sänger Till Lindemanns ritt auf einer riesigen Schaumkanone, die einem männlichen Penis glich und kostenlosen Duschschaum in die erste Reihe verteilte.

 

2011

MTV zog sich als Partner von Rock am Ring zurück, und der SWR wurde zum alleinigen multimedialen Partner.

Die Beatsteaks übertrafen sich bei ihrem Auftritt vor rund 75.000 Menschen selbst. Arnim Teutoburg-Weiß, Sänger und Gitarrist der Band, bot Pog-Unterricht an, den seine Fans allerdings gar nicht benötigten. Bei dem Lied „Automatic“ lud er sogar eine junge Dame aus dem Publikum auf ein Tänzchen ein.

2012

Das Festival war bereits fünf Monate im Vorfeld ausverkauft, so früh wie noch nie zuvor. Grund dafür war das überragende Line-up mit Bands wie Metallica, Die Toten Hosen, Linking Park, Billy Talent und The Offspring.

Am Sonntagabend feierten die Toten Hosen ihr 30. Band-Bestehen auf dem Ring. Campino, Frontsänger der Band schloss eine Wette mit einem Roadie ab. Der Sänger stürzte sich mit einer Dose Bier in der Hand ins Publikum und ließ sich in die Mitte tragen, um seinem Wett-Kontrahenten die Dose zu überreichen. Wäre das schief gegangen, hätte Campino die gesamte Minibarrechnung der 50-köpfigen Crew übernehmen müssen.

2013

Der Veranstalter Marek Lieberberg setzt 2013 auf ein leicht verändertes Konzept und lässt Publikumsmagneten wie Metallica und die Toten Hosen einfach mal zu Hause. Diese wurden dann durch Seed und Green Day ersetzt, die die Massen auch zum Springen brachten.

2014

Das vorerst letzte Rock am Ring am Nürburgring!!! Eine Ära ging zu Ende, eine neue andernorts steht kurz bevor.

Veranstalter Marek Lieberberg setzt sogar einen vollen Tag Rock oben drauf und verlängert das Event kurzerhand auf vier Tage.

Rob Zombie und Band rocken am Samstag das Festivalgelände, und es kam, wie es irgendwann einmal kommen musste. Zombie schmiss einen betrunkenen Zuschauer im Bananenkostüm vom Festivalgelände.

Die Stimmung war trotz vier Tagen Dauerbeschallung betrübt und melancholisch. „Die Grüne Hölle“ wird niemals das sein, was Rock am Ring einmal war, hieß es von den Zuschauern.

 

2015

Das alte Festival an neuer Location steht kurz bevor, und die Fans zählen bereits die Tage bis zum Start vom Rock am Ring 2015.

In diesem Jahr feiert das Festival 30 Jahre Rock am Ring, ähhm Ring? Nein natürlich nicht! Das Festival musste ja zwangsverlegt werden und findet in diesem Jahr erstmalig auf dem Flugplatz Mendig statt.

Rock-Begeisterte können sich in diesem Jahr auf Beatsteaks, Bad Religion, Die Toten Hosen, Foo Fighters, Marilyn Manson, Motörhead und Slipknot freuen, um nur einige Künstler aus dem großen Line-up zu nennen.

Categories: Rock am Ring

1 Kommentarhinzufügen

POST YOUR REPLY
  1. Reinert 3. Juni 2015 |
    Hi Leute Rocker, Fans der Festivals, ich wäre zu gerne auch in Mendig, vornals NürburgRing auch wennn das Festival nicht mehr am Ring sondern in Mendig auf dem ehemaligen Flugplatz der Bundeswehr stattfindet, wird es sicher ein super schönes Festival.

Hinterlasse einen Kommentar