Entspanntes Wochenende mit Musik – 7000 Fans beim Lott-Festival nahe Raversbeuren

Entspanntes Wochenende mit Musik – 7000 Fans beim Lott-Festival nahe Raversbeuren

Normalerweise ist es ein einfacher Grashang nahe Raversbeuren, der eben irgendwann abgemäht wird. Doch am Wochenende hat genau auf diesem Grashang wieder das bunte Allerlei des Lott-Festivals stattgefunden. Rund 7000 Fans waren gekommen, campierten und feierten die Musik und sich selbst.

Raversbeuren. Filzstiftgeschriebene Handynummern auf blanken Oberkörpern und Wochenend-Ausflug mit Kind und Kegel. Bio-Limo und Trinkspiele. Indie-Rock-Reggae-Pop und Ponys streicheln. Das Lott-Festival nahe Raversbeuren ist all das. Und all das gleichzeitig.

„Man kann die Lott eigentlich nicht mit Worten beschreiben, man muss einfach da gewesen sein und das Ganze erlebt haben“, bringt es Kai Lux auf den Punkt. Er hat in den vergangenen drei Jahren in Traben-Trarbach gelebt, wohnt jetzt aber in einer WG in London und ist an diesem Wochenende, na klar, auf der Lott. Auch seine italienischen Mitbewohner Luca, Sibilla und deren Kumpel Alberto hat er überzeugt, mitzukommen. Deren Fazit bereits am ersten Abend: „Die lange Anreise hat sich definitiv gelohnt.“

Aber warum ist das Lott-Festival eigentlich so beliebt? Fragt man nach, hört man ganz oft das Wort „chillig“, also entspannt. Marc Opper aus Ediger-Eller, schon zum zehnten Mal dabei, spricht von „chilliger Stimmung“. Pascal Steffes und Marco Mönch aus Dohr bei Cochem, ebenfalls Lott-Veteranen, finden es „chillig, wenn man da so sitzt und es gibt geile Musik, gute Preise und hinten geht die Sonne unter“ und Lott-Neuling Silke Fassbender aus dem nordrhein-westfälischen Zülpich erwartet „chillige und nette Leute“.

Zur Stimmung tragen dann natürlich noch die akribisch ausgesuchten Bands bei. In diesem Jahr unter anderem die grandiosen englischen Indie-Rocker von Will and the People, die verrückten Hard-Rock-Finnen von Waltari und der Sound-Bastler Blaudzun aus den Niederlanden, der auch zu Streicher und Schifferklavier singt.

Immer wieder neue außergewöhnliche Bands zu finden und dann alles aufzubauen sei schon viel Arbeit, verrät Veranstalter Jürgen Moog von der Lott-Gesellschaft, aber: „Es ist ein Generationenprojekt, das wir hier jedes Jahr ehrenamtlich und ohne Sponsoren auf die Beine stellen. Es sind so viele Jugendliche dabei, oft packen direkt ganze Familien an. Eigentlich vollkommen verrückt. Positiv verrückt.“

Und gerade weil das Festival so positiv verrückt ist, polarisiert es auch. Diejenigen, die einmal von der Lott infiziert wurden, kommen immer wieder. Für andere wird die Lott wohl auch weiterhin ein Haufen Hippies auf einem Grashang im Hunsrück-Nirgendwo bleiben.

Das wird die echten Fans nicht interessieren, denn sie lieben ihr Wochenende zum Abchillen. Dass man auf der Lott ein Volk für sich ist, weiß hier jeder. Und nimmt es mit Humor. Am Eingang hängt ein Zettel: „Die Nature ist dieses Jahr woanders.“ mal

Categories: LOTT

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