Rock-a-Field 2013: Viele Stile, eine Party – 18 000 Zuschauer feiern in Luxemburg Queens of the Stone Age, Volbeat, Seeed und Co.

Rock-a-Field 2013: Viele Stile, eine Party – 18 000 Zuschauer feiern in Luxemburg Queens of the Stone Age, Volbeat, Seeed und Co.

Die größte Party Luxemburgs: 18 000 Rock-Fans haben beim ausverkauften Rock-a-Field-Festival in Roeser (bei Bettembourg) das volle Programm auf drei Bühnen geboten bekommen – und dazu einen Abschied.

Roeser. Die Essenz von Rock-a-Field in drei Silben? Von einem Festival mit drei Dutzend Bands und DJs auf drei Bühnen, an zwei Tagen, vor 18 000 Zuschauern, mit ebenso vielen unterschiedlichen Erinnerungen? Mit gebrochenen Herzen in der ersten Reihe, mit Schlammspringern, mit viel Sonne. Mit Elektronik, Rock, Hip Hop, Indie. Mit Bier trinken, tanzen und Leben feiern, bis zum bitteren Ende. Das alles in drei Silben? Geht kaum, stimmt, aber wenn, dann klingen sie so: Bloc Party. Nicht, dass der Auftritt der Briten am Sonntagabend das einzige Highlight gewesen wäre. Da gab es noch Josh Homme mit Queens of the Stone Age oder die Franzosen von C2C als tanzbarer „Rausschmeißer“.

Für manche waren es auch die stadiontauglichen Dänen von Volbeat, die dem kürzlich gestorbenen Slayer-Gitarristen Jeff Hanneman huldigten (und „Raining Blood“ anspielten). Oder schon am Nachmittag der nicht eben subtile, aber perfekt inszenierte Elektro/Hip-Hop/Rock-Mix von Example. Am Samstag hatten schon Seeed, Kraftklub oder Phoenix für Party vor der Bühne gesorgt.

Aber die Stunde mit Bloc Party fasst vieles zusammen, was Rock-a-Field ausmacht: In der ersten Reihe die Schmacht, die Sehnsucht im Blick. Ein Mädchen hält einen Ausdruck hoch, auf dem sie Bloc-Party-Sänger Kele Okereke auf die Wange küsst. Dahinter wird gefeiert, auch wenn die Umstände gar nicht so porentief rein sind: Es regnet längst nicht mehr, aber der Schlamm steht an manchen Stellen bis zu den Knöcheln. Macht nichts, sagen sich viele, Bloc Party liefert den Soundtrack dazu – der Matsch wird zur Tanzfläche für rosa Elefanten (Ganzkörper-Kostüme liegen im Trend) und Sommerkleidchen-Trägerinnen, als gebe es kein Morgen. Das gilt zwar nicht für Rock-a-Field: Das hat sich seit der Premiere 2006 bestens entwickelt. Aber es gilt für Bloc Party, die mit ihrem Mix aus Indie, Rock und Elektronik zu einer der spannendsten britischen Indie-Bands der vergangenen zehn Jahre wurde: „Bloc Party is dead“ schrieb die Band den Rock-a-Field-Machern ins Gästebuch. Schlagzeuger Matt Tong hatte schon vor zwei Wochen keine Lust mehr und wurde in Luxemburg durch Sarah Jones ersetzt. Nach wenigen weiteren Festivals im Juli wird sich Bloc Party auflösen. Die Party ist damit vorbei. Das gilt auch fürs Rock-a-Field. Aber zumindest steht dort einer Fortsetzung im nächsten Jahr nichts im Weg.

Von unserem Redakteur Andreas Feichtner

Categories: Rock-a-Field

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